Zusammenfassung
Ziel des Transferprojektes ist es, die Fahrlehrerausbildung (Driver Instructor Education) in ausgewählten europäischen Ländern (D, A, B) durch den Einsatz von Web 2.0 gestützten Video- und Internettechnologien zu verbessern. Dabei wird auf ein speziell entwickeltes Internetportal sowie auf Erfahrungen aus dem Bereich des Sportscoaching zurückgegriffen.
Auf der Ebene der praktischen Fahrlehrerausbildung wird technologiegestützt ein kompetenzorientiertes Lernen mit reflexiven und situierten Elementen gefördert (Ziel: Unterrichtsentwicklung). Diese technisch-didaktische Innovation soll nicht nur die Fach- und Unterrichtskompetenz verbessern, sondern auch eine organisationale Professionalisierung bewirken. Die eingesetzten Bildungstechnologien können den Wissensaustausch unter Kollegen fördern oder durch Bewertungen von Good Practices eine länderübergreifende Qualitätsentwicklung unterstützen (Ziel: Wissens- und Qualitätsmanagement). Das Projekt wird von der Universität der Bundeswehr München wissenschaftlich begleitet. Der Europäische Fahrlehrerverband betreut das Projekt aus Fachperspektive und fördert die Verbreitung (Ziel: Dissemination).
Projektbeschreibung
Die beruflichen Kompetenzanforderungen von Fahrlehrer/innen haben sich in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Fahrlehrer/innen müssen heute nicht nur wissenschaftlich-technologisches Wissen situationsadäquat verarbeiten, sondern brauchen auch Selbstreflexionsfähigkeiten und Coaching-Kompetenz (z.B. MERIT-Projekt oder obere GDE-Matrix), sowie Managementfertigkeiten (z.B. Qualitätssicherung). In diesem Anforderungsprofil spielt die Nutzung der digitalen Medien in Form von aktuellen Web 2.0-Anwendungen einschließlich der damit verbundenen konstruktivistischen Didaktik in einschlägigen Empfehlungen und Richtlinien noch keine Rolle. Zwar haben sich die Fahrausbildungsstätten in den letzten Jahren im Rahmen ihrer Professionalisierung mit Beamer, Laptop/PC und Video ausgestattet; diese „Technisierung“ betrifft aber im Kern den theoretischen Unterricht und reproduziert nicht selten einen frontalen Lehrstil.
Das vorliegende Projekt setzt an der praktischen Fahrlehrerausbildung an: In Rückgriff auf ein speziell entwickeltes Internetportal aus dem Kontext des Sports soll die Fahrlehrerausbildung durch den Einsatz einer Web 2.0-basierten Video- und Internettechnologie professionalisiert werden. Im Zentrum steht die Reflexion des Fahr- und Coaching-Verhaltens der Fahrlehreranwärter/innen. Um diese Reflexionsleistung aktiv zu fördern, werden die Fahrlehrer/innen aufgefordert, in ihren eigenen Fahrvideos bestimmte Szenen zu markieren und diese dort zeitmarkengenau mit Kommentaren zu versehen. Alle Videokommentare werden in einem persönlichen e-Portfolio gespeichert, um die Kompetenzentwicklung zu unterstützen. Betrachtet man die Fahrlehrerausbildungsstätten und Ausbildungsfahrschulen unter einer organisationalen Perspektive, dann beinhaltet ein solches video-begleitetes Coaching die Möglichkeit zum Qualitäts- und Wissensmanagement. Das Projekt soll hier erste Ansätze eines länderübergreifenden Wissensaustausches und Möglichkeiten der kollegialen Entwicklung von Qualität erproben.
Im Ergebnis wird ein berufsspezifisches Internetportal im Fachkontext der Fahrlehrerausbildung implementiert. Fachwissenschaftler aus dem Bereich E-Learning und Wissensmanagement werden das Projekt wissenschaftlich begleiten und die Evaluationsergebnisse im Abschlussbericht dokumentieren. Mit dem Projekt werden erstmals Potenziale der medien- bzw. Web 2.0-gestützten Fahrlehrerausbildung fokussiert, was für diese Berufsgruppe ein Novum ist. Auf Seiten der Fahrlehrerausbildungsstätten und Ausbildungsfahrschulen sowie auf der politischen Ebene des Berufsverbandes wird der Mehrwert der Bildungstechnologien (Web 2.0) für die Förderung der Berufskompetenz und der Ausbildungsqualität kenntlich gemacht und in der Praxis bei ausgewählten Partnern verankert.
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieses Portals bzw. dieser Website trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.